Funktion und Wartung berührungsloser Armaturen


In öffentlichen und gewerblichen Sanitäranlagen sind Waschtisch- und Toiletten-Armaturen häufig mit Bakterien und Viren belastet. Sie können  Durchfallerkrankungen und unterschiedliche zum Teil mit Fieber verbundene  Infektionen verursachen. Elektronisch gesteuerte Armaturen verhindern die  Übertragung unerwünschter Erreger. Sie kommen dort zum Einsatz, wo aus  hygienischen Gründen eine Berührung mit der Hand nicht erlaubt ist. Häufigster Vertreter sind die mit Infrarot gesteuerten Armaturen. In Funktion und Wartung problemlos zu handhaben, werden diese Armaturen den vorgeschriebenen Ansprüchen gerecht.

In hygienisch sensiblen Bereichen sind Armaturen, die nicht von  Hand bedient werden, schon lange Pflicht. Beispiele dafür sind:
-Krankenhäuser,
-medizinische Laboratorien,
-Arzt- und Heilpraxen,
-OP-Räume,
-Großküchen, gewerblich genutzte Küchen,
-Fleischverarbeitende Betriebe (z. B. Schlachthöfe, Fleisch- und Wurstabteilungen in  Supermärkten,
Metzgereien)
- Raststätten auf Autobahnen

Die  entsprechenden Vorgaben sind in EU-Richtlinien, Unfallverhütungsvorschriften  oder im Bundesgesundheitsblatt verankert. Diese gesetzlichen Bestimmungen können auf verschiedene Art und Weise erfüllt werden. Zum einen mit einem  Wandthermostat, der mit dem Ellbogen bedient wird, zum anderen mit einem  Schalter, der mit dem Fuß oder mit dem Knie betätigt wird. Die eleganteste, sicherste und auch wassersparsamste Lösung ist die berührungslos gesteuerte  elektronische Armatur.

In den bereits erwähnten Einsatzbreichen werden  vorwiegend elektronisch gesteuerte Waschtischarmaturen eingebaut. Die Steuerung dieser Elektronikarmaturen kann unterschiedlicher Art sein. So gibt es Elektronikarmaturen mit Radar- oder Magnetfeldsteuerung sowie Armaturen, die über Infrarot gesteuert werden.

Die Magnetfeldsteuerung kommt inzwischen nicht mehr zum Einsatz, und auch Radarsteuerungen sind an elektronischen Waschtischarmaturen eher selten. Am häufigsten werden Armaturen mit einer  infrarotgesteuerten Elektronik installiert. Diese - auch optoelektronisch genannte - Steuerung besteht aus einer Sende- und einer Empfangsdiode. Die  Sendediode strahlt ür das menschliche Auge nicht sichtbares Infrarotlicht in Form einer so genannten Schaltkeule aus. Kommt nun ein Benutzer mit den Händen  in den Bereich dieser Schaltkeule, wird das ausgesandte Infrarotlicht reflektiert und von einer Empfangsdiode wahrgenommen. Daraufhin wird die Magnetspule des Magnetventils kurzzeitig mit Strom beaufschlagt und dadurch das  Magnetventil geöffnet. Der Wasserfluss bleibt dann solange aufrechterhalten, bis  der Benutzer seine Hände aus dem Bereich der Schaltkeule nimmt. Auf Grund fehlender Reflektion wird dann von der Empfangsdiode kein Infrarotlicht mehr wahrgenommen. Daraufhin wird die Magnetspule des Magnetventils wiederum (diesmal in umgekehrter Polung) kurz mit Strom beaufschlagt, so dass der Schließvorgang des Magnetventils eingeleitet wird. Das Aussenden des Infrarotlichtes und die  daraus resultierende Schaltkeule kann sowohl horizontal als auch vertikal erfolgen.

Stromversorgung:

Welche Energiequelle für die Elektronik der Waschtischarmaturen in Frage kommt, hängt von den technischen  Gegebenheiten ab. Bei NachrÃüstungen oder Anlagen, die grundsätzlich im Niederspannungsbereich betrieben werden (OP-Räume), sowie bei Anlagen, die nicht  in das Stromnetz einbezogen werden können, werden Elektronikarmaturen mit integrierter Batterie eingesetzt. Dabei handelt es sich um einen gewöhnlichen  6-Volt-Lithiumblock, wie er auch in Fotoapparaten eingesetzt wird. Seine Lebensdauer ist abhängig von der Benutzungshäufigkeit der Armatur. Bei intensiver Nutzung kann von einer Lebensdauer von fünf Jahren ausgegangen  werden . Bei extremer Nutzung verringert sich die Betriebsdauer entsprechend.

Werden Elektronikarmaturen in Bereichen eingesetzt, in denen sie sehr  häufig benutzt werden, sollte von einer Batterielösung abgesehen werden und eine  Armatur mit Netzanschluss eingebaut werden. Auch die Armaturen mit Netzanschluss arbeiten im Niederspannungsbereich. Im mitgelieferten Steckernetzteil ist ein Transformator integriert, der die Netzspannung von 230 Volt auf 6 Volt transformiert.

Wartung:

Regelmäßige Wartungen an elektronischen  Waschtischarmaturen sind nicht unbedingt notwendig. Von Zeit zu Zeit muss sicherlich der Perlator ausgebaut und gereinigt werden. Sollte der Austausch der  Batterie anstehen, so ist auch dies in aller Regel in wenigen Arbeitsschritten  machbar. Ein weiteres Funktionsteil, das eventuell gewartet werden muss, ist der  Reiber, mit dessen Hilfe die Warm-/Kaltsteuerung vorgenommen wird. Bei modernen Armaturen lässt sich aber auch dieser ohne den Ausbau der kompletten Armatur warten. Sollte tatsächlich einmal ein Ausfall des kompletten Elektronikteils vorkommen, so kann auch dieses problemlos ausgetauscht werden, da im Elektronikteil selbst keine Reparatur vorgenommen werden kann und es daher als komplettes Modul ausgetauscht wird.

Quelle: Hansa Metallwerke AG, Stuttgart  September 2000


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